Am 27. Mai gibt es an der Humboldt-Universität einen Showdown der besonderen Extraklasse. Olaf Müller stellt sein Buch “Mehr Licht – Goethe mit Newton im Streit um die Farben” vor. Die geladenen Physiker werden ihm sicher Feuer geben

Vor einigen Jahren entdeckte der HU-Professor für Wissenschaftstheorie und Naturphilosophie, Olaf Müller, Goethes Farbenlehre unter wissenschaftstheoretischen Aspekten neu. 100 Jahre nachdem Newton das weiße Licht der Sonne durch ein Prisma schickte und es in seine regenbogenbunten Bestandteile zerteilte, startete der Dichter und Naturforscher Goethe seinen Gegenangriff. Er Cvertauschte die Rollen von Licht und Finsternis und ließ einen schwarzen Schatten durchs Prisma fallen. Es zeigte sich das glatte Gegenteil des newtonischen Spektrums: dessen Farbnegativ, sein Komplement. Besteht nicht weißes Licht, sondern Dunkelheit aus Strahlen unterschiedlicher Farbe? Gemeinsam mit dem Physik-Didaktiker Prof. Dr. Johannes Grebe-Ellis und dem Künstler Ingo Nussbaumer begab Olaf Müller sich auf eine lange Reise. Durch modernste Technik führte er mit seinem Team die optischen Experimente Goethes fort und es entstanden faszinierende Farbwelten. In seinem jüngst erschienenen Buch macht Olaf Müller den Grundgedanken Goethes deutlich und zeigt sehr klar, dass dieser gar nicht so falsch lag: Newton zeigte nur eine Seite der Medaille und verschwieg den bedeutsamen Rest aus guten Gründen. Ein wahrer Krimi der Wissenschaftsgeschichte, der klassische Physiker oberflächlich kalt lässt und doch immer wieder zu erhitzten Gesprächen führt.

Am kommenden Mittwoch können Gäste der Buchpremiere das Goethe-Spektrum zusammen mit seinem newtonischen Gegenstück live erleben und auch das Phänomen des weißen Schattens kennen lernen. Olaf Müller wird mit dem Laserphysiker Prof. Dr. Wolfgang Sandner, dem Physik-Didaktiken Prof. Dr. Johannes Grebe-Ellis sowie dem Wissenschaftstheoretiker und Physiker Prof. Dr. Holger Lyre sprechen. Prof. Dr. Horst Bredekamp wird einen ästhetischen Blick auf das Spektrum werfen. Moderiert wird der Abend von HU-Präsident Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz. Kommentiert wird das Geschehen im Anschluss vom Frollein.

Ort und Zeit

Humboldt-Universität zu Berlin
27. Mai 2015, ab 18 Uhr
Senatssaal
Hauptgebäude
Unter den Linden 6