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Kat Menschik illustrierte das Kultbuch “Schlaf” vom künftigen Träger des Nobelpreises für Literatur Haruki Murakami.

 

Für schöne Bücher hat man immer Zeit. Die jungen Indie-Verlage geben sich viel Mühe nicht nur gute Texte zu veröffentlichen, sondern ihnen auch den passenden (Buch-)Rahmen zu schenken. Eine der bekanntesten und eigenwilligsten Illustratoren Deutschlands ist die Brandenburger Pflanzem Kat Menschik. Jetzt wo es draußen ungemütlich ist, kann man sich als Freund des gepflegten Schrebergartens den Frühling mit ihrem einmaligen Werk “Der goldene Grubber” ins Haus holen.

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Kat Menschik macht Bücher schöner

Im brandenburgischen Luckenwalde hat die Illustratorin Kat Menschik ihre Heimat. Nach dem Studium an der Hochschule der Künste Berlin war sie für kurze Zeit in Frankreich als Stipendiatin unterwegs, dann ging es aber auch schon wieder zurück in die heimatlichen Gefilde. Nachdem sie mit ihren Kommilitonen an der Pariser École des Arts Décoratifs das monatliche Comicmagazin Spunk herausgab, gründete sie anschließend in Berlin mit Jan Hülpüsch den Comic-Verlag Millionen, der die Edition A. O. C. bis 1999 kat menschik_kulturjournalistin berlin_1herausgab. Seit vielen Jahren hat sie sich vor allem dem Illustrieren von Büchern zugewandt. Zu den bekanntesten Werken gehören die Island-Saga “Der Mordbrand von Örnolfsdalur”, der finnische Nationalepos “Kalevala” und das Kultbuch “Schlaf” von Haruki Murakami. Einem größeren Publikum sind die Illus von Kat Menschik durch das Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung bekannt, das sie seit vielen Jahren mitgestaltet. Wer einmal eines der Bücher, die von ihr illustriert wurde, in der Hand hielt, der wird den unnachahmlichen Stil nie wieder vergessen. Starke, dicke Linien dominieren die Zeichnungen, die zunächst auf dem Blatt Papier entstehen. Der eigenwillige Stil entsteht auch dadurch, dass die Zeichnerin die groben Skizzen digitalisiert und dann erst die Flächen mit starken Farben füllt.

Die Illustratorin greift zur Schaufel

2014 erschien “Der goldene Grubber”  – ein Gartenbuch, das nicht nur von Kat Menschik illustriert, sondern auch von ihr geschrieben wurde. Vor rund zehn Jahren hat sich die Künstlerin ein etwa 4000 qm großes romantisch verwildertes Grundstück erworben – und träumte schon von süffigen Abenden mit Blick auf den üppigen Blumengarten. Vor der Publikation als Buch wurden seit dem März 2013 Kat Menschiks Gartenabenteuer in 100 Folgen in der Frankfurter Allgemeine Zeitung veröffentlicht.
In dem wunderschön gestalteten Buch, dass durch eine herausragende Qualität und das nie endende Gewimmel aus Schnirkelschnecken, Papageientulpen, Rotbauchunken, Leberblümchen, Kunstblut blutenden Ringelnattern und allen anderen Unwägbarkeiten des Gartenlebens besticht, geht Kat Menschik auf Entdeckungsreise.

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Das feine Büchlein beginnt mit der Erkenntnis, dass Frau Menschik keine Ahnung vom Gärtnern hat. Nach und nach steigt bei der erzählenden Zeichnerin die Begeisterung, die Freude am Ziehen von Pflänzchen, am Pikieren und Gestalten – und auch den Leser ergreift ein Fieber. “Der goldene Grubber” ist das perfekte Buch, wenn der Frühling nicht mehr allzu fern ist und man der dunklen Wintermonotonie entkommen will. Wer Kat Menschik live in ihrem Garten erleben will, dem sei die RBB-Mediathek empfohlen. Dort findet sich das Portrait der Illustratorin, zu dem sie in ihrem Brandenburger Garten besucht wurde.