salon sophie charlotte wissenschaftskommunikation 2015 berlinAm 24. Januar findet eines der Highlights des Frollein-Jahres statt: Der Salon Sophie Charlotte in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Jedes Jahr öffnet die Wissenschaftseinrichtung am Gendarmenmarkt ihre Türen, um Menschen zu einem ausgewählten Thema Forschungsbeiträge und Fragen der Theorie und Praxis nahe zu bringen. In diesem Jahr lautet das Thema “ins LICHT gerückt”.

 

Wie das künstliche Licht unser Leben veränderte

Zu diesem Salon Sophie Charlotte wird das Thema Licht aus den verschiedensten Perspektiven betrachtet werden. So hat die Erfindung des künstlichen Lichts unser Leben extrem verändert. Die Nacht kann seither zum Tag gemacht werden – auch die dunkelsten und geheimnisvollsten Ecken können erhellt werden. Das Nachtleben fand seinen Anfang mit Straßenlaternen und Zimmerleuchten. In Paris gab es in der Euphorie des Augenblicks sogar die Idee, die ruhige und erholsame Nacht abzuschaffen und das Leben auf den Straßen mit künstlichem Licht rund um die Uhr möglich zu machen. Heute spüren wir aber auch die negativen Seiten des Kunstlichtes: Menschen leiden unter Schlafstörungen, auch der Biorhythmus der Tiere ist durch die ständige Helligkeit gestört. Die UNESCO möchte die Bedeutung des Lichtes mit dem „Internationalen Jahr des Lichts 2015“ würdigen.

Nach dem Zeitalter der Dunkelheit: Das Erkennen

Beim Salon Sophie Charlotte 2015 wird während acht parallel stattfindenden Vortrags- und Gesprächsrunden das Spektrum an Möglichkeiten beleuchtet, in denen man sich dem Thema Licht nähern kann. Mit wissenschaftlichen und künstlerischen Mitteln wird das Licht als wichtige Grundlage für Natur, Mensch und Gesellschaft herausgearbeitet, ExpertInnen aus Kunstgeschichte, Physik, Medizin, Technik- und Religionswissenschaften stehen Antwort. Neben den physikalischen und technischen Eigenschaften des Lichts wird auch das Licht als Symbol der Aufklärung thematisiert werden. Die Neuzeit beendete damit das Zeitalter der Dunkelheit, Wissen und Erkenntnisse sollten nun allen Menschen zuteil werden. Aber schien das Licht der Aufklärung auf alle Menschen gleich oder war sie ein einseitiges, europäisches Gebilde? Und welche Rolle spielt das Symbol in den Religionen? Spannende Fragen auf die es beim Salon Sophie Charlotte 2015 hoffentlich Antworten gibt.

Frolleins Salon-Tipp

Das Frollein freut sich doppelt auf die Veranstaltung. Zum einen war es einige Zeit in dem Referat für Presse- Öffentlichkeitsarbeit in der Akademie der Wissenschaften tätig. Deshalb betreute es bereits mehrere Salons und fühlt sich in den historischen Gängen der Akademie noch immer zu Hause. Zum anderen hat es seine Master-Abschlussarbeit zum Farbenstreit zwischen Johann Wolfgang von Goethe und Isaac Newton geschrieben. Dabei ging es – zumindest Goethe – um das Verhältnis von den physikalischen Eigenschaften des Spektrallichtes untereinander und deren Rolle in der Natur und Ästhetik. Um 18.30 Uhr wird es dazu in Raum 230 ein spannendes Gespräch geben. Unter dem Titel “Mehr Licht: Goethe triumphiert doch noch über Newton” wird der Arbeitsstellenleiter des Goethe-Wörterbuches Michael Niedermeier – einem Akademienvorhaben – mit Olaf Müller, Professor für Wissenschaftsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin über Goethes Verhältnis zum Licht diskutieren. Das Frollein hat seine Abschlussarbeit bei Olaf Müller geschrieben und schätzt seine erfrischende Art und Weise über verzwickte Probleme zu sprechen. Michael Niedermeier wird Goethe ordentlich zu präsentieren wissen – das Streitgespräch ist ein sicherer Geheimtipp des diesjährigen Salon Sophie Charlotte.

Ort und Zeit

24. Januar 2015, ab 18 Uhr

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Markgrafenstraße 38
10117 Berlin