SOLID-Gruppe in Brüssel

„Youth Unemployment in Europe through transmedial story-telling“ ist das Thema einer Recherchereise nach Genk vom 09. bis 16. September 2012 und das Frollein ist mit dabei! Innerhalb von einer Woche wird ein Projekt durchgeführt, das ein multimediales Ergebnis zur Folge hat. Außerdem lernt man die Vergangenheit der Stadt Genk kennen, trifft ehemalige Minenarbeiter und Medienmacher aus drei Ländern.

Internationale Projektarbeit in Belgien

Jeweils acht junge Medienmacher aus Deutschland, Italien und Belgien treffen sich in Genk, um sich mit dem Thema „Jugendarbeitslosigkeit in Europa“ auseinanderzusetzen. Während des Projektes werden Workshops zu Print-, Audio, Videojournalismus sowie Fotografie angeboten, welche von professionellen Medienmachern begleitet werden.

Genk: Immigration, Solidarität, Jugendarbeitslosigkeit

Die Stadt Genk im belgischen Flandern ist ein Beispiel für die erfolgreiche Integration von Migranten bevor die Europäische Union überhaupt existierte. Besonders Menschen aus Italien, Griechenland und der Türkei siedelten sich in der Region an. Solidarität wurde groß geschrieben, die Stadt war ein interkulturelles Zentrum. Grund für die Migrationsschwemme war der Kohleabbau, welcher in den 80ger Jahren gestoppt wurde. Mit der Schließung der Kohlewerke wurden viele Menschen arbeitslos und sind es auf Grund von fehlender Industrie heute immer noch. Besonders junge Menschen sind betroffen – heute ist Genk die Stadt mit der größten Gesamtjugendarbeitslosigkeit in Belgien.

Solidarität heute und gestern

Vier Gruppen behandeln in dieser Woche Themen wie Migration, Solidarität und Jugendarbeitslosigkeit. Das Frollein konnte sich in dieser Woche mit dem Thema Solidarität auseinandersetzen. Unter der Leitung des belgischen Dokumentarfilmes Jolle Jannsens haben sechs junge Medienmacher folgendes Thema untersucht: Die ehemaligen Minenarbeiter in Genk sprachen in Interviews und Gesprächen von einer großen Solidarität zwischen den Arbeitern. Wenn man auf so dichtem Raum zusammenlebt und auch bei der harten Arbeit aufeinander angewiesen ist, ist ein gewisses Maß an Solidarität nötig. Es ist die Meinung der ehemaligen Minenarbeiter, dass eine solche Solidarität in dieser Zeit, die von Individualismus und der Vernetzung mit Social Media und Co. nicht mehr möglich ist. Aber ist nicht eigentlich die weltweite Vernetzung eine wunderbare Basis für mehr Solidarität? Ist Social Media ein neuer Weg der Solidarität?

Youth Exchange in Belgium: Freier Journalist gesucht? Frollein gefunden!

Pussy Riot on Social Media

Um diese Frage zu beantworten hat sich die Gruppe die aktuellen Ereignisse um die russische Band Pussy Riot herausgepickt. Sie hat eine große Solidarität in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter erfahren. Warum haben die Menschen die Nachrichten über Pussy Riot geteilt, getweetet und geliked? Um herauszufinden, wie es funktioniert wurde die Facebook-Gruppe “SOLID” gegründet. Innerhalb von drei Tagen haben 54 Menschen die SOLID-Facebookgruppe geliked. Wir haben die User dann gefragt, warum sie die Seite geliked haben und ob es ein Akt der Solidarität war. Außerdem war das Frollein in Brüssel und interviewte mit einem kleinen Team Demonstranten bei einer Amnesty-Demo für Free Pussy Riot. Außerdem wurden Menschen aus Genk befragt, ob sie Pussy Riot kennen. Alle Ergebnisse wurden in ein multimediales iBook eingearbeitet, das man im Apple-Store anschauen und herunterladen kann.